TLZ 4.3.2019

In der Weimarhalle ging am Wochenende der Handwerker-Carneval zu Ende. Faust-Orden für Marcel Reif und Heinz Hoenig

Faustorden-Träger Heinz Hoenig mit Sina Peschke und einem Stein samt selbst geschmiedetem Nagel, dessen Erlös für sein Kinderprojekt gedacht ist. Foto:
Faustorden-Träger Heinz Hoenig mit Sina Peschke und einem Stein samt selbst geschmiedetem Nagel, dessen Erlös für sein Kinderprojekt gedacht ist.
Weimar. Mit einem Besucherrekord beim Kinderfasching ist die Saison des Weimarer Handwerker-Carnevalvereins am Sonntag in der Weimarhalle zu Ende gegangen. Vor allem die Kinder- und Nachwuchsgruppen des HWC sowie die Tanzsportgarde des TSV Berlstedt bestritten dabei das Programm mit dem Hofballett der närrischen Handwerker als Höhepunkt.In den Prunksitzungen am Freitag und Sonnabend verliehen die närrischen Handwerker die Faustorden Nummer 2 und Nummer 3 an Sport-Kommentator Marcel Reif bzw. an Schauspieler Heinz Hoenig . Reif arbeitete für unter anderem ZDF, RTL und Sky. Legendär wurde er mit seiner Moderation mit Günther Jauch im Champions-League-Spiel Real Madrid gegen Borussia Dortmund am 1. April 1998 in Madrid . Damals verzögerte sich der Spielbeginn um 76 Minuten, da ein Tor umgefallen war und nicht so schnell ersetzt werden konnte. Für die improvisierte Moderation wurden beide mit dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet. – Hoenig spielte in ungezählten Filmen für Kino und TV, darunter Wolfgang Petersens „Das Boot“, „Der große Bellheim“ oder „Der Schattenmann“.Hatte Faustorden-Zeremonienmeister Bernd Rost in der Vorwoche noch Faustorden-Laudatio und Präsentation für Thomas Anders komplett selbst übernommen, überraschte er das Publikum diesmal mit Marco von Holwede als Reporter, der Marcel Reif interviewte, und Moderatorin Sina Peschke als Laudatorin für Heinz Hoenig.

Dabei entpuppte sich Marcel Reif als überaus unterhaltsamer Gesprächspartner, der bereitwillig und amüsant Auskunft gab. Erneut beeindruckte die Recherchearbeit vor der Preisvergabe, mit der trotz des närrischen Anlasses das Bild einer interessanten Persönlichkeit auf die Bühne des Handwerker-Carnevals gemalt wurde. Als Reif schließlich auf HWC-Bühnen-Dienst Volker Stiefel als bewegliche Torwand schießen durfte, da wurde es vollends närrisch.

Heinz Hoenig hat Bernd Rost derweil eine Aufgabe hinterlassen. In der Hoffnung, bei Weimars großem Narrenabend auch den Oberbürgermeister der Stadt zu treffen, brachte der Schauspieler einen Stein mit einem selbst geschmiedeten Nagel mit. Dessen Erlös soll an seine Initiative „Heinz der Stier“ gehen. Die Organisation kümmert sich um psychisch traumatisierte Kinder und Jugendliche, lädt zum Abenteuerurlaub und anderen Maßnahmen ein, um ihnen neue Horizonte zu eröffnen. Das Schmiedekunstwerk blieb bei Bernd Rost, der damit die Aufgabe verbinden darf, sie OB Peter Kleine oder einem anderen Menschen gegen eine Spende von mindestens 600 Euro zu überreichen.