Vereinsgeschichte

Im Jahr 1966 wurde vom Chorleiter des Handwerkerchores, Ernst Gotzian, und dem gebürtigen Rheinländer Josef de Wall, die Idee zu einem Chorfasching geboren. Schnell waren alle Sänger davon begeistert und schon 1967 wurde intern die fünfte Jahreszeit gefeiert. Die Resonanz war groß und am 2. März 1968 erlebten die Mitglieder des HWC und deren Angehörige, sowie ein elitärer Kreis an Gästen die 1. Prunksitzung. Die Regie lag in den Händen Ernst Gotzians und „Jupp“de Wall und Roland Rost wurden zu Präsident und Vizepräsident ernannt. Zu diesem Zeitpunkt wusste noch Niemand, dass es in den kommenden 50 Jahren stets mindestens ein Elektro-, ein Bäcker- oder Fleischermeister waren, die den Verein verantwortlich führten. Vorübergehend war auch ein Glasermeister Stellvertreter. Man orientierte sich sehr am Mainzer Fernsehfasching und heizte dem Publikum bei 1°C Außentemperatur schon mächtig ein. Wurde es zu unruhig im Saal, ertönten vom resoluten Regisseur die Worte: „Das ist ein hochwertiges Kulturprogramm, ich bitte um Ruhe!“ Es funktionierte. In den ersten Jahren wechselte man aus Kapazitätsgründen 5 Mal die Spielstätte, ließ Prinzenpaare mehrere Jahre regieren und lebte vom nicht enden wollenden Einfallsreichtum der Familie Gotzian, welche fast komplett auf der Bühne stand. Der 11.11. wurde damals standesgemäß intern mit einem kleinen Programm gefeiert. Kurios war, dass 1975 kein Karneval stattfinden konnte, weil durch die 1000-Jahr-Feier Weimars kein Saal zur Verfügung stand. Das KIB wurde dann zur Narrhalla, in einer Zeit, als das „Gemischte Eis“ noch mehr kostete, als „Schnitzel mit Kartoffelsalat“ und man für 3.20 Mark der DDR, eine herzhafte Bauerstulle während des Programms essen konnte… Gesangsduos hatten Hochkonjunktur, der Chor regen Zulauf und HWC-Legenden, wie Peter Falk, Hans-Jürgen Schneider, Gerhard Steinhauf und Klaus Hauspurg hatten ihre ersten Auftritte. Nach dem erzwungenen gemeinsamen Fasching mit dem Werksclub „Blau-Gelb“ verabschiedete sich Familie Gotzian 1977 komplett und löste eine karnevalistische „Schockstarre“ aus. Für die nächsten Jahre gab es in jedem Herbst die entscheidende Frage: Machen wir Fasching?

Nach dem zweijährigen Ausfall des Karnevals, startete der HWC am 12.02. 1982 mit 6 Veranstaltungen in ein Jahrzehnt, welches bis heute noch als das erfolgreichste gilt. Die Eintrittskarten wurden „unter der Hand“ vergeben, um auch die neue Kapelle, die neue Regie und die neuen Choreografen zu sehen. Peter Falk führte souverän und schlagfertig durchs Programm, die Herren Röder, Waldmann und Bertram zogen hinter den Kulissen die Fäden. Man hatte mit den Widrigkeiten der Planwirtschaft in der DDR zu kämpfen. Luftschlangen waren Mangelware, die Orden wurden per Hand ausgemalt, die Nägel vom Bodentuch nach der Session wieder gerade geklopft und mit Heftpflaster die Stühle nummeriert. Warum aber der Elferrat beim legendären Saubermachen am Folgetag mit zwei Eimern Wasser den gesamten Saal wischte, bleibt bis heute ein Rätsel, denn Wasser gab es genug… Im KIB war es eng, die Umkleideräume schwer zugängig, die Bar hoffnungslos überfüllt und die Toiletten erst nach gründlicher (H-)WC-Reinigung benutzbar. Dennoch bleibt bis in die heutige Zeit, die Ära im späteren Autocenter an der Erfurter Straße, die Schönste. Zum Ende der Achtziger absolvierte man sogar 7 Abendveranstaltungen und hatte mit Hartmut Bernau inzwischen einen Chorleiter, der den Fasching förmlich lebte. Mit Bernd Rost, Hannelore und Wieland Henze hatten Büttenredner ihr Debüt, die noch heute die Gäste mit ihrer Spitzzüngigkeit begeistern. Doch nicht zuletzt diese Aussagen riefen die Herren von der Stasi auf den Plan bzw. in den Saal. Nicht selten traf sich der Elferrat zum „Krisengipfel“, um drohendes Unheil zu vermeiden. Das Männerballett wurde wieder ins Leben gerufen, die Garde begeisterte jährlich mit einer nichtmilitärischen Darbietung, lediglich beim Hofballett hätten es gerne noch einige Damen mehr sein dürfen. Mit dem Beginn der friedlichen Revolution in der DDR, bekam der HWC seine Schwierigkeiten. Am 11.11. 1989 feierte und träumten wir noch euphorisch, dann merkten wir, dass die „neue Zeit“ uns überforderte. Plötzlich war alles anders, keine Stasi, keine Motivation, kein Fasching…

Am 28.08. 1990 wurde der Name HWC neu definiert. Aus dem Handwerkerchor entstand der Handwerker Carnevalsverein Weimar mit allen Rechten und Pflichten eines eingetragenen Vereins. Die neunziger Jahre dürfen wohl unumstritten als sehr turbulent bezeichnet werden. Nach durchwachsenen Jahren mit Neuwahlen, Programmheften und erneutem Faschingsausfall, gab der Verein im Volkshaus im Jahr 1991 sein Comeback.

Zum ersten Mal gab es im November eine öffentliche Schlüsselübergabe vorm Rathaus.Für 23 D-Mark bekam man schon einen guten Sitzplatz und war Zeuge der kultigen Rededuelle zwischen Präsident Falk und OB Germer.Als dieser an einem 11.11. verhindert war, um uns zu empfangen, sprang Multitalent Gerd Döllner in dessen Rolle und inszenierte den Rathaussturm auf seine Weise.Der Kinderfasching und der Seniorenkarneval wurden ins Leben gerufen, das Thema Sponsoren immer wichtiger. Als man das Volkshaus sogar schließen wollte, entschloss sich der HWC sogar als Pächter einzuspringen und holte sich damit noch mehr Probleme ins „eigene“ Haus.Zwischen himmel-hoch-jauchzend und zu-tode-betrübt war die Stimmung im und um den Verein.Da lösten sich nicht nur Kulissen selbstständig, um nach unten zu krachen, nein, da flogen auch mal verbal ganz schön die Fetzen, wenn es um die Programmqualität ging.Doch es gab weit mehr Positives zu berichten.Die Partnerschaft zur „KG Rot Weiß Ehrang“ wurde ins Leben gerufen, Manfred Klatt tanzte mit mehreren Partnerinnen alles in Grund und Boden, der „König von Deutschland“ startete seinen Siegeszug, die Blaskapelle Neumark spielte, was die Instrumente hergaben und die „Lord of Dance“-Parodie der Garde ist heute noch Gesprächsstoff.Die jungen Tänzerinnen aus Ossmannstedt wurden zu Dauergästen und auch andere Auftritte befreundeter Vereine fanden Beachtung.Als Thomas und Antje im Jahr 2002 als erstes Weimarer Prinzenpaar in der Staatskanzlei empfangen wurden, war die Zukunft des HWC einmal mehr offen. Denn Tage zuvor erlebte man den „Supergau“. Fast 400 Gäste kamen in ein unbeheiztes Volkshaus und klapperten schneller, als sie klatschen konnten. Es war wieder Zeit für Veränderungen und was für welche…

Mit der Entscheidung, unseren Fasching in die Weimarhalle zu verlegen, begannen Veränderungen ohne Ende. Mit neuem Bühnenbild, veränderter Raumkapazität und neuen Partnern (Hotel Hilton als Caterer und dem CCNW-Team als Gastgeber) war es ein zäher Beginn. Durch das steigende Kulturangebot der Stadt, die unzähligen Karnevalsübertragungen im TV und das Aufleben der Comedyszene, blieben viele Zuschauer unseren Veranstaltungen fern, was wiederum zu finanziellen Engpässen führte. Der Kampf um Sponsoren und Gäste wurde zur Hauptaufgabe des Vereins, ohne dabei die Programmqualität zu vergessen. So probierten die Verantwortlichen alles aus und überdachte auch die ganze Philosophie des Handwerkerfaschings neu. Gastauftritte aus Erfurt, Jena, Bad Blankenburg, Ehrang, Suhl, Würzburg und Magdala waren keine Seltenheit mehr, verschiedene Möglichkeiten des Kartenvertriebs wurden ausprobiert und nachdem auch Tanzlehrer, Kapelle und Vorstandsmitglieder mehrfach wechselten, waren wir im neuen Zeitalter endgültig angekommen. Mit Einführung der Verleihung eines Ehrenordens an Prominente, legten wir den Grundstein zum Übergang von der klassischen Prunksitzung zur Karnevalsshow. Mit dem Faust-Orden und dem zeitgemäßen Management des „Unternehmens“ Karneval, gelang es uns, den Saal wieder voll zu bekommen. Trotz bestehender Säulen, blieb unser Programm nicht ausrechenbar und abwechslungsreich, wie selten zuvor. HWC-Auftritte beim MDR-Fasching waren fast schon normal und auch über die Presse bekamen wir enormen Zuspruch. Inzwischen war es einfach „chic“ geworden, sich beim Handwerkerkarneval sehen zu lassen. Nachdem dann in den letzten zwei Jahren auch die Handwerkskammer ihren Offenbarungseid leistete, das Bühnenbild stark verändert wurde, eine neue Art der Moderation stattfand und ein fast neuer Vorstand gewählt wurde, waren die vielen Veränderungen im Programmablauf fast nur noch Randnotizen. Doch sämtliche gewollte und ungewollte Aktionen dienten dem Wohle des HWC, seiner Mitglieder und seiner Gäste. Mögen auch in den kommenden Jahren alle Mitwirkenden und Verantwortlichen das richtige Gespür für Erfolg versprechende Darbietungen besitzen um damit die Leute mit stehenden Ovationen von den Sitzen reißen.

Unsere Prinzenpaare

Der Verein

  • Präsident und Protokollant: Bernd Rost
  • Vizepräsidentin: Diana Seidenschnur
  • Schatzmeister: Bernhard Hopf
  • Beisitzer: Marco von Hohlwede
  • Beisitzerin: Petra Haupt

Zu erreichen ist der Vorstand unter: info@hwc-weimar.de

  • Bernd Rost (Präsident)
  • Matthias Bauch
  • Philipp Bernhardt
  • Ina Buchspieß
  • Andreas Ender
  • Thomas Fischer
  • Melanie Fritz
  • Petra Haupt
  • Wieland Henze
  • Marco von Holwede
  • Bernhard Hopf
  • Dietmar Hopf
  • Yvonne Kreibich
  • Birgit Kluge
  • Andre Kürbs
  • Frank Lehmann
  • Franz Lehmann
  • Diana Seidenschnur
  • Robert Schmidt
  • Carmen Schuhmann
  • Steffen Schuhmann
  • Steffen Weiß
  • Thomas Wußt
  • Unser langjähriger Zeremonien- und Schatzmeister Hans-Jürgen Schneider.

    Horst Lohrig (Ehrenpräsident)

  • Peter Falk
  • Peter Förster
  • Volkhardt Germer
  • Klaus Hauspurg
  • Roland Haupt
  • Hannelore Henze
  • Heinz Herrmann
  • Johanna Herrmann
  • Ulrich Klett
  • Petra Laske
  • Bernhardt Martin
  • Gerhard Reinich
  • Gerhard Reppien
  • Wolfgang Riediger
  • Matthias Riediger
  • Hartmut Fischer
  • Volker Stiefel

… wird viel geleistet. Ob es die Gruppe der Bühnenbauer ist, der Bühnendienst, die Schminke oder die Technik. All diese fleißigen Helfer stehen normalerweise nicht im Rampenlicht. Gebraucht werden sie aber dringend, denn ohne sie könnten wir kein Programm auf die Bühne stellen.