1982-1989

Weimars Handwerker – bejubelt und bespitzelt


 

hwc1989

Nach dem zweijährigen Ausfall des Karnevals, startete der HWC am 12.02. 1982 mit 6 Veranstaltungen in ein Jahrzehnt, welches bis heute noch als das erfolgreichste gilt. Die Eintrittskarten wurden „unter der Hand“ vergeben, um auch die neue Kapelle, die neue Regie und die neuen Choreografen zu sehen. Peter Falk führte souverän und schlagfertig durchs Programm, die Herren Röder, Waldmann und Bertram zogen hinter den Kulissen die Fäden. Man hatte mit den Widrigkeiten der Planwirtschaft in der DDR zu kämpfen. Luftschlangen waren Mangelware, die Orden wurden per Hand ausgemalt, die Nägel vom Bodentuch nach der Session wieder gerade geklopft und mit Heftpflaster die Stühle nummeriert. Warum aber der Elferrat beim legendären Saubermachen am Folgetag mit zwei Eimern Wasser den gesamten Saal wischte, bleibt bis heute ein Rätsel, denn Wasser gab es genug… Im KIB war es eng, die Umkleideräume schwer zugängig, die Bar hoffnungslos überfüllt und die Toiletten erst nach gründlicher (H-)WC-Reinigung benutzbar. Dennoch bleibt bis in die heutige Zeit, die Ära im späteren Autocenter an der Erfurter Straße, die Schönste. Zum Ende der Achtziger absolvierte man sogar 7 Abendveranstaltungen und hatte mit Hartmut Bernau inzwischen einen Chorleiter, der den Fasching förmlich lebte. Mit Bernd Rost, Hannelore und Wieland Henze hatten Büttenredner ihr Debüt, die noch heute die Gäste mit ihrer Spitzzüngigkeit begeistern. Doch nicht zuletzt diese Aussagen riefen die Herren von der Stasi auf den Plan bzw. in den Saal. Nicht selten traf sich der Elferrat zum „Krisengipfel“, um drohendes Unheil zu vermeiden. Das Männerballett wurde wieder ins Leben gerufen, die Garde begeisterte jährlich mit einer nichtmilitärischen Darbietung, lediglich beim Hofballett hätten es gerne noch einige Damen mehr sein dürfen. Mit dem Beginn der friedlichen Revolution in der DDR, bekam der HWC seine Schwierigkeiten. Am 11.11. 1989 feierte und träumten wir noch euphorisch, dann merkten wir, dass die „neue Zeit“ uns überforderte. Plötzlich war alles anders, keine Stasi, keine Motivation, kein Fasching…